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(mehr Platz auf dem Bildschirm)
Am 26. Juli 2010 war ich wie fast jeden Tag im SchrebergartenWährend ich mit der durch die Hitzeperiode verursachten Trockenheit im Garten kämpfte, durchstöberte Toby wie immer den Schrebergarten. Irgendwann ertönte sein Jagdgeheul und ich mußte die Beute, meist den Igel oder den Grasfrosch bestaunen. Aber dieses mal schien es anders zu sein. Er "arbeitete" an einer dicht bewachsenen Sichtschutzwand aus Efeu im hohen Kraut abgeblühter Akelei und Mohn. Die bleiben immer für die Insekten und Vögel stehen, sehr zum Unwillen von Edel, die einen sauberen Garten haben möchte. Was nun? Mitnehmen?. Zu Hause wohnt schon eine Rabenkrähe. Und wie mühsam es ist, kleine Vögel aufzuziehen, daß hatte ich schon vor 5 Jahren mit der Handaufzucht von 6 Trauerschnäppern ausprobiert. Und Edel wird auch nicht erfreut sein. Ins Tierheim mit den Kleinen? Niemals! Von Hamburgs Skandaltierheim in der Süderstraße ist bekannt, daß sie möglichst alles abwimmeln.Und in der Urlaubszeit sind die Tierheime sowieso immer überfüllt. Also doch mit nach Hause nehmen? In ein paar Wochen könnten sie ausgewildert werden. Das hatte bei den Trauerschnäppern ja auch wunderbar geklappt. So nahm ich das Nest in einem kleinen Plasteeimer mit, der einmal für Lego-Bausteine gedacht war und auch so aussah. Daheim angekommen, lief ich dem Hausmeisterehepaar in die Hände. Sie hatten gleich den richtigen Tipp, was in dem knallig roten Plasteimerchen sein könnte, nämlich Fische. Richtig, sagte ich, denn ich wollte die kleinen Vögelchen nicht vorzeitig verraten und ging nach dieser kleinen Notlüge rasch weiter.
Der Anblick der zwei kleinen Vögelchen ließ sie ihren Schock schnell überwinden. Und im Handumdrehen kam sie mit fein gehacktem frischen Rindfleisch und mit hart gekochtem Eigelb, welches in Quark vermascht war, aus der Küche zurück. Aber Schatz, wir haben doch nur 2 winzig kleine Vögel zu Gast, doch nicht einen ganzen Schwarm erwachsener Vögel. Lieber zu viel als zu wenig, bekam ich zur Antwort. Und nun mach doch mal ein Foto von den süßen Kleinen: Drollig sieht er ja aus. Ob es wirklich ein Zilpzalp ist, wissen wir nicht. |
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27. Juli 2010Ich bin gestern Abend extra etwas eher zu Bett gegangen. Um 6 Uhr 30 sollten die Kleinen frühstücken. Untergekommen waren sie über Nacht provisorisch in einem Schuhkarton mit Ausguck (Fingerloch). Die erste Reaktion der Kleine war unerwartet. Ich nenne sie übrigen Flip und Plop. Bei Zilp und Zalp würde ich mir die Zunge brechen. Zilp der scheinbar größere und Zalp ist der kleinere. Der Kleine hat mehr Flaumhaare auf dem Kopf. Dafür ist er aber ziemlich ruppig. Er empfing mich mit Zischlauten und bösartigem Flügelschlagen. Flip dagegen war friedlich. Das erste Frühstück bestand bei Flip aus 2 x Rindfleisch von der Pinzette. Flop nahm nur eine Pinzette Rindfleisch und ließ sich lange bitten. Um 8 Uhr 15 gab es das zweite Frühstück. Jeder bekam 2 Pinzetten Rindfleisch, Flip noch ein winziges Stück Banane. Flop ließ sich erst nach Anhauchen dazu überreden, auch zu fressen. Danach war Toby dran mit Gassigehen. Als Edel um 9 Uhr 30 von der Arbeit zurückkam, war sofort wieder füttern angesagt. Hat prima geklaptt sagte sie. Allerdings fütterte Sie mit einer Rouladennadel. Alle halbe Stunde wurde gefüttert. Die letzte Fütterung gab es um 21 Uhr. Zwischen den Mahlzeiten schliefen sie im Schuhkarton. Der war mit Watte gefüllt. Das ist zwar kuschelig, aber ziemlich gefährlich. Ein Piepmatz hatte einen langen Wattefaden verschluckt, der nun vorsichtig aus dem Schnäbelchen gezogen werden mußte. Und der andere hatte die Wattefäden um die Beinchen hängen. An diesen spindeldürren Beinchen Fäden entfernen ist eine rechte Kunst. Nie wieder Watte. Das Papier von einer Küchenrolle ist viel sicherer. Und wenn es kotverschmiert ist, kann man es schnell auswechseln. Stichwort Kot: Wenn die Küken bei der Fütterung plötzlich so etwas wie den Rückwärtsgang einlegen und den Po leicht anheben, dann kommt da gleich ein Kotbällchen heraus. Entweder den Finger drunter halten oder mit einer breiten Pinzette einsammeln. Wenn sie erst fliegen können, hat sich das erledigt. Dann verteilen sie den Kot selbst in der ganzen Wohnung. Ja, alles Gute ist selten beisammen. |
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28. Juli 2010Um 7 Uhr sollen sie frühstücken. Sie sind noch total verpennt, also gehe ich erst schnell mit Toby Gassi. Kurz vor 8 Uhr ist es dann soweit. Flop macht wieder seine kleinen Aufstand, wie gestern. Ich nehme ihn vorsichtig auf die Hand, und dann geht es. Die nächste Fütterung macht Edel. Um 10 Uhr kommt Edel mit einem 45 cm langen Stück Holz, welches in der Wohnung als Dekoration im Eßzimmer liegt. Ich setze Flip und Flop auf das Holz, und sie fühlen sich darauf sichtlich wohl. Küchenpapier von der Rolle gibt es ja in der Natur auch nicht. Am Nachmittag staunen wir nicht schlecht. Flop macht seinen ersten Weitflug vom Stück Holz über den ganzen Tisch. Wir staunten nicht schlecht. Und Toby hoffte schon, daß der Kleine ihm ins Maul fliegt. Daraufhin zog Edel die Notbremse, setzte sich ins Auto und fuhr in die Stadt, um einen Vogelkäfig zu kaufen. Schließlich sollen Flip und Flop eines Tages ausgewildert werden und nicht vorher zu Hundefutter werden. Mit Anton dem Airedale und den Trauerschnäppern hatte das immer prima geklappt. Wenn ein Schnäpper weg war, hat er ihn gesucht, gefunden und nicht gefressen! Ob das mit Toby auch so gut funktioniert, wissen wir noch nicht. Edel hat auch gleich eine Schachtel lebende Mehlwürmer mitgebracht. Die müssen abgekocht werden, hat man ihr geraten. Sie hätten nämlich ein ziemlich scharfes Mundwerkzeug, was zu Verletzungen bei den kleinen Vögeln führen könnte. Also wurde gleich ein Topf für kochendes Wasser aufgesetzt, und hinein damit. Anschließend in kleine Portionen aufgeteilt, in Alufolie verpackt und in das Tiefkühlfach verfrachtet. Edel ekelte sich so davor, daß sie schon Würgereize bekam, ganz im gegenteil zu Flip und Flop. Jeden Tag gibt es nun zuvor tiefgefrorene Mehlwürmer. Vor dem Verfüttern werden sie in Wasser angefeuchtet. Schließlich können die Beiden noch nicht selbständig Wasser trinken. Das ist Flop, erkennbar an den vielen Flaumhaaren auf dem Kopf. Flip hat weniger Flaumhaare auf dem Kopf. Auf dem Foto sitzt er auf meiner linken Hand, während die rechte Hand den Fotoappart bedient (Blitzlicht).
Um 21 Uhr gab es die letzte Mahlzeit, und dann ging es ab in den neuen Vogelkäfig. Da entstand gleich wieder Panik, denn den Käfig kannten sie noch nicht. Alles war neu. Ich setzte sie auf einen noch schnell aus dem Wald geholten Haselnußzweig, wo sie beide kuschelten. Handtuch drüber, damit es dunkel ist und Gute Nacht! |
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29. Juli 2010Edel ist schon seit 6 Uhr aus dem Haus zur Arbeit. Eine Portion Tiefkühlkost für die Zilpzapse hat sie vorher zum Auftauen aus dem Kühlschrank genommen. Ich stehe um 7 Uhr auf. Um 7 Uhr 30 sollen Flip und Flop ihre ersten Mehlwürmer bekommen. Aber sie sind nicht im neuen Vogelkäfig zu finden. Sie spielten mit mir Verstecken. Flop wehrte sich wieder heftig mit Zischen und Flügelschlagen. Im im Handumdrehen war er wieder in der Wohnung unterwegs. Und Toby hinterdrein! Erst landet Flop am Fliegengitter der geöffneten Balkontür. Da kriege ich in kaum ab, weil er seine Krällchen im Fliegengitter verhakt hat. Toby sperrte ich vorsichtshalber im Schlafzimmer ein. Wenige Minuten später war er aber wieder ausgebrochen und das Chaos begann von vorn. Wo ist Flop??? Ach du liebe Zeit! Der sitzt am Gitter von Blackis Vogelkäfig. Wenn er zur Krähe durchschlüpft, ist er geliefert. Die verteidigt ihr Revier. Selbst Toby hat vor der Krähe Respekt. Einmal zuhacken und der Winzling von Zilpzalp wäre hinüber. So ist der Umzug vom Wohnzimmer in das Eßzimmer beschlossene Sache und wurde sofort realisiert. Das zweite Vogelfrühstück gab es heute also im Eßzimmer. Sofort war Flip wieder weg. Toby lag mit seiner Nase keine 20 cm vor ihm auf dem Fußboden. Oh, war ich beruhigt. Flop bringt mich noch zur Verzweiflung, diese Nervensäge!!! Während ich Flop einsammelte, war inzwischen Flip verschwunden. Toby saß wieder davor und winselte leise vor sich hin. Flip saß auf der Gardinenstange und besah sich die Außenwelt. Dieser Platz ist wohl das Vogelparadies. Sie sitzen hoch und können aus dem Fenster in die Landschaft schauen. Wenn sie Hunger haben, renne ich sofort los. Das haben sie schon begriffen und jetzt pfeifen sie nach mir, wenn in ihren Mägen wieder Platz für neue Mehlwürmer ist. Das Füttern geht nun im 20 Minutentakt problemlso vor sich. Und jedes Mal werden zweimal 5 Mehlwürmer verputz. Am Nachmittag waren die Mehlwürmer verspeist. Nun ging es mit Eierquarkspeise und Rindfleisch weiter. Das ging nun nicht mehr so zügig wie mit den Würmern. Aber welcher Vogel bekommt schon abgekochte Würmer, nur Flip und Flop. Sie wissen inzwischen sehr genau, was gut schmeckt.
Alle Videos über Flip und Flop bei YouTube
Toby schaut den Zilpzalp an der Fensterbank zu. |
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30. Juli 2010
Edel berichtigt: 20 Minuten? Das ist inzwischen schon auf 10 Minuten reduziert. Guck mal, die wollen schon wieder fressen!
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31. Juli 2010
Schluß für heute! Ich will noch zum Hafen. Blue Port, da ist alles blau beleuchtet, und das geht bis tief in die Nacht. Hunderttausende sind wieder da und wollen bei den Cruise Days die 6 Kreuzfahrtschiffe bei der Auslaufparade bestaunen. Und um 21:30 Uhr gibt es wieder ein begleitendes Feuerwerk. Das will ich sehen. Edel bleibt indes zu Hause und versorgt die Zilpzalpe. Viel Spaß! Die Tageskarte habe ich mir schon heute morgen besorgt. Hat lange gedauert! Ich stand wieder am rechten Automaten, der schon vor einem viertel Jahr nicht ordentlich funktionierte. Nach der fünften vergeblichen PIN-Eingabe gab ich auf und nahm den anderen Automaten. Der verkaufte mir tatsächlich die richtige Fahrkarte. Anschließend half ich zwei Touristen, weil sie mit den Automaten auch nicht zurecht kamen. Als ich mit Toby schon etwa 200 Meter weg war, rief mir jemand mehrmals Hallo hinterher. Es war der Mann des Pärchens, dem ich geholfen hatte. Sie haben ihren Fahrschein im Automaten liegen lassen, sagte er außer Puste. Ich bedankte mich überschwänglich, obgleich ich mir ziemlich sicher war, meinen Fahrschein entnommen zu haben. Zu Hause sah ich dann, daß der nachgebrachte Schein keine Fahrschein sondern die Zahlungsbestätigung für die Onlinebuchung war. Egal! Es gibt halt doch noch nette Leute. Herzlichen Dank! Edel hat sich wieder rührend um die kleinen Dinger gekümmert und ins Tagebuch geschrieben:
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01.08.2010
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02.08.2010
Zum ersten Frühstück fraß jeder Zilpzalp 3 große und 2 kleine Mehlwürmer. Damit sind die vielen Mehlwürmer fast alle verspeist. Der Vorrat geht heute zu Ende. Edel holt gerade Nachschub. Vielleicht bringt sie auch Fliegen mit, damit der Speiseplan abwechlungsreicher wird. Die Fensterbank wurde ein wenig umdekoriert. Ein Topf mit einem Bäumchen ist dazu gekommen. Damit gibt es mehr Möglichkeiten zum Klettern und zum Turnen. Das ist Fitnistraining für die Zilpzalpe. Bei YouTube ist ein neues Video über die Zilpzalpe eingestellt. Ja, Edel hat tatsächlich für 3,99 EURO aus einer Zoohandlung namens Freßnapf eine Tüte mit 200 Gramm getrockneter Fliegen, Maden und anderer Insekten mitgebracht. Unter anderen sind auch Schnecken und Ameisen enthalten. Das Zeug heißt orlux INSECT PATEE und hat auf der Verpackung Übersetzungen für 8 Länder draufstehen. Bei dem Exporterfolg muß es ja gut sein! Was ich anfangs übersehen hatte, es steht auch groß darauf 25% Insects. Der Rest ist wohl auch erläutert, aber so klein, daß ich es nicht lesen konnte. Edel sagte, es seien auch Mineralien enthalten. Na, jedenfalls rührte Edel gleich etwas davon mit wenig Wasser an. Ich bot es Flip und Flop an. Einen Happen nahmen sie und waren sofort satt! Den nächsten Happen verweigerten sie. Na gut, dachte ich und griff wieder zu den bewährten Mehlwürmern. Als sie die sahen, wurden die Hälse aus lauter Freßlust richtig lang. Die Mehlwürmer enthalten nämlich zu 100% Insects (Mehlwürmer). Aus dieser Erfahrung sind wir klug geworden. Übrigens, auch Blacky, unsere Rabenkrähe, nahm dieses Futter nicht an. Vielleicht hat jemand ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht? Oder sind Flip und Flop nur verwöhnte Zilpzalpe? Zilpzalp zwischen Orchidenblüten auf der Fensterbank
Um 21 Uhr hat Edel Flip und Flop zum Schlafen in den Käfig gesetzt. Handtücher drüber und |
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03.08.2010
Um zu prüfen, ob sie schon selbst Nahrung aufnehmen, hatte ich auf 4 Blättern der Orchide je 2 Mehlwürmer gut sichtbar hingelegt. Eine Stunde später waren 6 Mehlwürmer verschwunden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie gefressen wurden. Sie können auch beim Flattern vom Winde verweht worden sein und liegen nun unauffindbar zwischen den Orchidenwurzeln.
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04.08.2010
Als ich die Fotos vom Tag durchsah, mußte ich leider feststellen, daß viele Bilder nur Schrott waren. Es war einfach zu dunkel, und die Belichtungszeit lag hin und wieder bei 1/10 s. Bei diesem Foto hat der Vogel genau während dieser zehntel Sekunde seinen Kopf bewegt. Ich fand das so witzig, daß ich es trotz mieser Qualität hier zeige.
Da beide Zilpzalpe schon am Vortag Blattläuse pickten, versuchte ich es heute erneut. Zwei mit schwarzen Blattläusen besetzte Stengel der gelben Schafgarbe steckte ich in eine Bierflasche und stellte sie unmittelbar neben ihren Lieblingssitzplatz. So hatten sie die kleinen Sauger direkt vor ihren Augen. Zweimal mußte ich dieses Läuse-Sonderangebot wenden, weil die ihnen zugewandte Seite schnell leergepickt war.
Das mit den Blattläusen funktioniert schon recht gut. Das mit den Mehlwürmern muß noch geübt werden.
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05.08.2010
Sie antwortete ihr unerwartet und zynisch: "Ich hätte die verrecken lassen!" Wir pflegen sie weiter, bis wir sicher sind, daß sie Ende September die Reise nach dem Süden in den Mittelmeeraum antreten können. Fliegen können sie schön sehr gut. Edel beobachtete heute, daß einer wie ein Kolibri auf der Stelle fliegen konnte. Der auf dem Foto machte einen Kopfstand, um eine Orchidenblüte absuchen zu können. Mit dem selbständigen Fressen hapert es aber noch, jedenfalls was die Würmchen betrifft. Das kann auch daran liegen, daß dieser Fall für Zilpzalpe von der Natur gar nicht vorgesehen ist. Sie sind ja auf Kleininsekten spezialisiert, die sie von Blättern abpicken. Und das können sie schon ziemlich gut, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Zwei Stengel der mit Blattläusen und Ameisen besetzten gelben Schafgarbe vom Bahnkilometer 55,0 traten beim Gassigehen mit Toby den Weg in die Wohnung an. Etliche Ameisen bevölkerten später die Fensterbank, wurden aber nach und nach entdeckt und von den Zilpzalpen verspeist. Heute durften Flip und Flop erstmals ins Freie, natürlich nur im Käfig auf den Balkon. Gegenüber können sie in den Wald schauern. Der Balkon wird regelmäßig von Kohlmeisen besucht, so daß sie auch andere Vögel kennenlernen können. Die zahme Rabenkrähe Blacky kennen sie ja schon. Einer der Beiden saß schon einmal an ihrem Gitter. Zum Glück flog er sofort weiter, denn die Krähe hätte mit Sicherheit ihren Käfig verteidigt. Glück gehabt! Die zweite Ladung Mehlwürmer ist fast verputzt. Edel holt Morgen zum dritten Mal Mehlwürmer. Und das werden dann wohl die letzten sein. Dann wird Edel, die eine Menge Arbeit mit Flip und Flop hatte, wohl oder Übel tränenden Auges eines Tages die Türchen des Vogelkäfigs auf dem Balkon offen stehen lassen. Ich werde weiter berichten, wenn auch nicht immer zeitnah, denn morgen ist die Gorch Fock nach mehr als 20 Jahren wieder einmal in Hamburg. Ich möchte dabei sein! |
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06.08.2010Flip fand den offen stehenden Käfigausgang sofort. Flop wollte wieder herausgetragen werden. Es gab frische Vogelmiere und neue Mehlwürmer. Die Mehlwürmer waren aber dieses Mal sehr groß. Edel hat sie alle kleingeschnitten. Toby lag den ganzen Tag unter dem Fenster und klapperte vor lauter Aufregung mit den Zähnen. Flip nimmt schon Mehlwürmer selbständig auf. Flop schaut etwas bedeppert zu. |
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07.08.2010Das Wetter ist schön. Es ist Zeit, daß Flip und Flop sich die Welt vom Balkon aus ansehen. Sie genießen die Sonne und rekeln sich auf den Sitzstangen. 1. Im Käfig lagen heute morgen 2 rechte Schwungfedern. War es ein Unfall? Um 15 Uhr kam Edel vom Einkaufen zurück, ging sofort zu Flip und Flop auf den Balkon und meldete: "Die haben ja nix mehr zu fressen!!! " Nachschub kommt sofort! Sie fressen seit heute beide selbständig aus einem Näpfchen. Trotzdem reißen sie den Schnabel weit auf, wenn sie uns sehen. Aber nun wird nicht mehr mit der Pinzette gefüttert. Selbst ist der Mann. Komisch: Während Flip selbständig frißt, fliegt Flop ihm manchmal mit offenem Schnabel hinterher. Dabei gibt er ein schnarrendes Geräusch wie ein sehr schnelles tak - tak - tak von sich. Das tak kommt etwa 4 oder 5 mal pro Sekunde, fast wie ein Maschinengewehr. Will er von Flip gefüttert werden? Das ist ja wohl ein Flop! Nach vielen Recherchen im Internet ist sich Edel sicher, das es keine Zilpzalpe sondern Fitiche sind. Sie haben nämlich keine schwarzen Beine. Vielleicht gibt das bettelnde Geräusch von Flop darüber Aufschluß? Zilpzalp und Fitich sind sogenannte Zwillingsarten, weil sie sich sehr ähnlich sehen. |
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08.08.2010
Um 21 Uhr kam auf Wunsch von Edel der Käfig wieder zurück in die Wohnung. Die Mutter des Gedankens war, sie sollten wieder frei fliegen können, noch ein bißchen üben. Tatsächlich brauchte Edel aber ein Foto von Flip oder Flop oder besser von Beiden. Und die sehen im Käfig nicht so gut aus. Es war aber bereits finster! Und bei den 3 mal 7 Watt Sparleuchten im Eßzimmer gab es nicht mehr viel Licht für ein vernünftiges Foto. Übrigens, Edel hat weiter im Web geforscht. Und nun sind die Fitiche wieder echte Zilpzalpe. Und das kam so: 1. Der Zilpzalp soll ja fast schwarze Beine haben. Edel meint, die werden immer dunkler. Also bleibt es beim Zilpzalp, es sei denn, es gibt wieder neue Erkenntnisse. Tschüß, bis Morgen. |
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09.08.2010Heute ist ein schöner Tag. Heute lassen wir sie fliegen. Von Edel kommt sofort der Einwand: "Nein! Die sind doch überhaupt noch nicht so weit!" Ja, aber sie dürfen sich nicht zu sehr an uns Menschen gewöhnen. Nach einigem Hin und Her stimmt Edel mit zwei stark tränenden Augen der "Auswilderung" zu. Alle drei Türchen des Käfigs werden geöffent. Es dauerte keine 5 Sekunden, da war ein Zilpzalp draußen. Er umflog einmal den Käfig und sezte sich dann auf des Geländer des Balkons. Edel machte noch schnell ein letztes Foto von ihm. Im nächsten Moment flog er einen halben Meter weiter auf den Tisch, direkt neben den Käfig. Dort lag meine Brille. Und auch ich machte noch schnell ein Foto. Siehst du, sagte Edel, der will noch gar nicht weg. Der will wieder in den Käfig. Ha, ha, wer will schon eingesperrt sein!? Edel nahm ihn vorsichtig in die hohle Hand und setzte ihn zurück in den Käfig. Also Morgen. Nein, da bin ich den ganzen Tag nicht da, und ich möchte dabei sein. Und Übermorgen geht es auch nicht, da habe ich Monikatag, daß weißt du doch. Gut, dann also am Donnerstag. Ja, aber nur, wenn das Wetter gut ist. Edels Trennungsschmerz ist groß, aber es muß sein. Naturkundeunterricht hatten sie inzwischen genug. Sie kennen andere Vögel, die Wiese vor dem Haus und den Wald gegenüber. Und sie wissen auch über den Verkehr auf der kleinen Kopfsteinpflasterstraße Bescheid und die Autos, Radfahrer und Fußgänger. Und auch die vielen Hunde, die Toby alle kennt, sehen sie jeden Tag auf dem Bürgersteig vorbeigehen. Sie haben den Regen gesehen und sich in der Sonne geaalt. Sie sind reif für die Auswilderung! Die Prüfung in Geographie und Naturkunde haben sie bestanden, sie dürfen hinaus in die Welt. Donnerstag ist der alles entscheidende Tag!!! Natürlich wurden noch einmal viele Fotos gemacht, von denen wir hier einige zeigen. Eine solche Gelegenheit kommt nie wieder.
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10.08.2010Nach zwei Stunden Freiflug in der Wohnung, ging es wieder im Käfig raus auf den Balkon zum Naturkundeunterricht. Damit steht nun fest, am Donnerstag, also Übermorgen, werden die Käfigtüren solange offen bleiben, bis sie beide das Weite gesucht haben. Die Rangordnung in der Enge des Käfigs auszutrudeln, scheint mir nicht so gut zu sein. Das sollen sie lieber in der Freiheit machen, wenn ich nicht dabei bin. |
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11.08.2010
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Abflug in die Freiheit: Flop in der Sonnenblume
9:10 Uhr, ich bin mit Toby gerade mal 10 Minuten aus dem Haus, da meldet sich mein Handy. Um diese Zeit hat das noch nie geklingelt. Da muß etwas passiert sein. Ein Schauer lief mir den Rücken runter. Oder hatte ich bloß etwas vergessen? Hoffentlich ist nichts passiert.
Edel ist am anderen Ende. Sie ist sehr aufgeregt und sagte nur: "Sie waren hier!"
Wer? Frage ich etwas irritiert.
Na, Flip und Flop, unsere Zilpzalpe. Einer saß auf dem Balkongeländer, aber nur wenige Sekunden. Der Zweite kam hinterher geflogen, drehte aber gleich ab, und der andere flog ihm nach. Edel war sich ganz sicher, daß das unsere Ziehkinder waren. Vielleicht wollten sie mal nachschauen, ob noch Mehlwürmer auf dem Tisch standen.
Wer sag es denn? Von wegen auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Heute waren sie zurück, wenn auch nur für Sekunden. Es war ein Zufall, daß Edel sie überhaupt gesehen hat. Zwei Tage zurvor sahen wir im Lorbeerbaum 2 Zilpzalpe. Es kann gut sein, daß sie das auch waren. Offensichtlich kommen sie in der Freiheit gut zurecht. Nur das zählt.
Zwei Zilpzalpe waren heute wieder im kaum 10 Meter entfernten Lorbeerbaum zu sehen. Bevor ich mit dem Fotoapparat auf dem Balkon war, waren sie leider verschwunden. Und ich hatte sie gebeten zu warten!!!!
Heute morgen im Rahlaupark an einer großen abgestorbenen Birke rief hoch oben ein Vöglein zilp - zilp. Ob es einer unserer Flip-Flop war, ist natürlich nicht mehr feststellbar. Eigentlich hätte ich sie vor der Auswilderung mit einem Farbklecks auf der Brust kennzeichnen können. Aber diese Idee kam leider wie so oft viel zu spät. Vielleicht bei der nächsten Aufzucht in 5 Jahre?. Die letzten waren die Trauerschnäpper 2005. Ein kleines wegen der großen Höhe leider etwas wackeliges Video diente nur der Aufnahme des Gesanges und wird gelegentlich bei YouTube eingestellt.
Schade, der Gesang ist nicht zu hören, war wohl zu weit weg oder die Kamera war wieder mal falsch eingestellt. Noch ein Flop! Ich laß das Video trotzdem stehen.
Das war die Geschichte von Flip und Flop
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Das Nest der Zilpzalp konnte ich leider nicht zeigen, weil Toby es zerlegt hatte. Bei YouTube gibt es ein 4 Minuten langes Video. Man sieht dort sehr schön den seitlichen Eingang zum Nest, die 5 Küken und Mama Zilpzalp beim Füttern und Entsorgen von Kot.
Am 14.04.2011 sah ich am Rahlaukamp, wie ein Zilpzalp mit einem alten Laubblatt vom Gehweg davonflog. Damit hat er wohl nicht gerechnet, denn nun wußte ich, wo er sein Nest baut. Aber so oft ich mir diese Stelle auch genauer ansah, daß Nest war hervorragend getarnt und kaum zu erkennen. Nur selten sah einen Zilpzalp in Nestnähe. Inzwischen füttern sie (17.05.2011), sind aber immer nur für Sekunden zu sehen. Als Bodenbrüter ist das auch überlebenswichtig.
Am 22.05.2011 gegen 9 Uhr sind sie auf und davon. Den letzten sah ich gerade noch abfliegen. Zeit für ein Foto ließ er mir nicht.
Einen Tag zuvor hatte ich die eingeschaltete Kamera sozusagen als Fotofalle auf einem kleinen Stativ vor dem Nest aufgestellt und auf Video gestellt. Hier drei Bilder aus diesem Video: Das letzte Bild zeigt das leere Nest, nachdem ich es es etwas freigelegt hatte.
