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Bombus lapidarius  - Die Steinhummel
Die Katastrophe im Hummelnest: Parasiten!

Steinhummelnest mit Parasitenbefall

Hummeln sind fasziniernde Tiere.
Manche Statiker behaupten sogar, sie dürften gar nicht fliegen können.
Dennoch fliegen sie hervorragend, sogar mit Last und bei Wind und schlechtem Wetter.

Zur Minimierung der Ladezeit für die Seite habe ich nur Vorschaubilder verwendet. Sie sind durch Anklicken zu vergrößern.

Der größter Feind der Hummel ist neben ihren “natürlichen Feinden” vor allem der Mensch und bei mir leider auch ein Hund namens Anton.

Das hat angefangen, als Anton in der Wohnung Stubenfliegen fing. Als er die erste hatte, wobei vieles andere mit abgeräumt wurde und zu Bruch ging, ist er wohl auf den Geschmack gekommen. Die Folgen für andere Insekten haben wir leider nicht erahnt oder genauer gesagt erst viel zu spät bemerkt. Und den Unterschied zwischen Hummel und Stubenfliege lernt er auch nicht mehr, denn sie schmecken wohl beide gleich gut. Erstaunlich ist aber, daß er sehr genau weiß, welche Insekten wehrhaft sind und welche nicht. Inzwischen hat er begriffen, daß er Hummeln, Hornissen und Wespen nicht fressen darf. Leider funktioniert das nur, wenn ich dabei bin. Ist er allein im Garten, höre ich manchmal am maschinengewehrartigen Klappern seines Gebisses, daß er gerade wieder ein stechenden Insekt zum Fressen gern hat. Und dann komme ich selten rechtzeitig dazu, Schlimmeres zu verhindern.

Weil ich dem “Ausrottungsfeldzug” meines Airedale-Terriers nicht tatenlos zusehen wollte, suchte ich nach Möglichkeiten, den Hummeln anders zu helfen.
Und so wurde ich auf bombus.de aufmerksam, wo ich mich nicht nur häufig ein- sondern hin und wieder regelrecht festgelesen hatte.
Im März 2006 hatte ich mich beim Surfen auf dieser Seite regelrecht festgefahren.
Seit dem besuche ich sie regelmäßig und kann sie Hummelfreunden nur wärmstens empfehlen.

Kurz und gut, Ende März 2006 - eben noch rechtzeitig - reifte der Entschluß, für die Hummeln aktiv zu werden.
Der Garten war da. Also hieß es Hummelnester bauen. Vielleicht siedelt sich ja doch eine Königin an und gründet ein Volk. Ein faszinierender Gedanke.

Aus ineinander gestellten alten Plastik-Blumentöpfen wurden nun verschiedene Nester angefertigt.
Damit die Nester nicht dem Insektenfresser Anton neue Nahrung boten, kamen sie durchweg in den geschützten Bereich hinter den Koppelzaun.
Der war notwendig geworden, als mein Hund anfing, sich immer öfter über oder sogar durch den Zaun Freigang zu verschaffen.
Nach dem ersten Kontakt mit der “Funkenstrippe” war dann jahrelang Ruhe, so daß ich den Koppelzaun nur noch selten einschaltete.

Als Wärmedämmung wurde zwischen den Töpfen trockenes Laub eingebracht, welches gleichzeitig das anfallende Kondenswasser aufnehmen sollte.
Das war zwar gut gedacht, stellte sich aber später als Fehler heraus.

Nur eines von fünf Nestern wurde besiedelt. Aber immerhin. Dieses eine nahm sich eine Steinhummelkönigin.
Vielleicht, weil es mit Feldsteinen gegen Umfallen gesichert war? Bevorzugen Steinhummeln Steine? Kommt daher der Name?

Irgendwann wollte ich dann mit der Hummelklappe (noch eine Klappe) beginnen. Da herrschte aber bereits reger Flugverkehr.
Eine sehr gute Beschreibung für der Bau einer Hummelklappe finden Sie hier.                          upper

Haben Sie 2 1/2 Minuten Zeit? Dann schauen Sie sich dieses Video an, wie eine Wiesenhummel lernt,
die Hummelklappe zu bedienen
. Eine Steinhummelkönigin geht durch die Hummelklappe, als wenn sie es schon immer so macht.

Bei der Kontrolle der nicht besiedelten Nester keimte es aus dem Laub heraus, denn es war durchweg feucht und bereits mit Myzel von Pilzen durchsetzt.
Und das, obwohl niemand drinnen wohnte. Wie würde es da erst im bewohnten Nest der Steinhummel aussehen???

Ich öffnete das Nest und mußte mit Schrecken feststellen, daß es dort nicht nur keimte, also zu feucht war,
sondern dass auch eine Reihe ungebetener Gäste vor Ort waren. Ich entfernte deshalb mehrere dicke weiße Maden und eine Puppe und fand
viele kleine weiße Eier auf dem Nest und diverse Pakete mit winzigen kleinen weißen Maden direkt auf den Waben.

Ich nahm den inneren Blumentopf mit dem Nest heraus und säuberte alles so gut es eben ging. Die feuchte verpilzte Dämmung aus Laub entsorgte ich gänzlich. Zur besseren Luftzirkulation ließ ich den Zwischenraum frei und deckte das Nest nur mit einem Leinentuch ab. Im Nachhinein scheint auch das ein Fehler gewesen zu sein, denn bei der Nachkontrolle am nächsten Tag war kaum noch Flugbetrieb festzustellen. Dagegen lagen nun zwischen den Töpfen 18 tote Hummeln. Sind sie dort hineingefallen und konnten nicht wieder heraus? Vermutlich ja!

Ich suchte wieder bei bombus.de nach möglichen Ursachen.
Dabei fand ich im Gästebuch folgenden schönen Beitrag, den ich ausnahmsweise hier wiedergeben möchte und hoffentlich keine Urheberrechte verletze:

Gästebuch bei bombus.de unter Nummer 262 vom 19.06.2006 eine sehr schöne
Kinder-Hummelgeschichte (wörtlich zitiert)
262    Datum: 2006-06-19 07:48:31
Kat (the.kat@mac.com / keine Homepage) schrieb:

Als ich noch ziemlich klein war, hatten wir dicht über dem Boden neben der Haustür immer ein Hummelnest mit grossen dicken Erdhummeln in der Hauswand.
Das Nest war in einem Hohlraum hinter einem losen Ziegel, als Eingang diente eine Ritze aus der der Mörtel gefallen war.

Um Bienen habe ich mich nie gekümmert, vor Wespen habe ich sogar ziemlich Angst. Hummeln fand ich dagegen toll - meine Mutter hat mich ständig ausgeschimpft, weil ich täglich auf dem Bauch im Blumenbeet lag, Hummeln streicheln.                                                                                  upper

Getan haben die mir nie etwas, sondern liessen sich ungerührt antippsen, hielten Verschnaufpause auf Fingerspitzen und liessen sich aus Fingerhüten Zuckerwasser servieren. Meist lag ich da nur ziemlich still rum und habe denen Geschichten erzählt, aber trotz (vorsichtig!) anstupsen, streicheln und sonstigem Kindergezappel schienen die sich nie beeindrucken zu lassen und ignorierten mich völlig. Allerdings wurde auch ein leerer Fingerhut auf meiner Handfläche grundsätzlich genaustens unter die Lupe genommen.

Heute ist mir klar dass sie sicherlich lieber ihre Ruhe gehabt hätten, andererseits schienen sie nie besonders aufgeregt oder panisch
- wobei immer der helle Aufruhr ausbrach wenn meine Mutter vor dem Nest Unkraut jätete.

Gewöhnen sich Hummeln an regelmässige Besucher? Merken sie sich 'Freund' oder 'Feind'? Vielleicht sogar den Geruch?
Oder haben die mich nur zufällig toleriert?
Ich beruhigte mich und meinte: Immer, wenn du in ihrer Nähe bist oder vorbei gehst, sprich mit ihnen, damit sie deine Stimme kennen lernen und so erfahren,
daß diese Stimme keine Gefahr bedeutet. Das machte ich nun so, und wir kamen gut damit zurecht.
Es wurde zur Gewohnheit, mit den Hornissen zu sprechen.

Bis eines Tages etwas Unvorhergesehenes eintrat.

Mutter rutschte beim Heraustreten aus dem Haus aus und hielt sich instinktiv an einer Latte des Spaliers fest. Die aber brach mit Getöse durch und erschütterte das ganze Spalier mit samt dem Kasten, in dem die Hornissen ihr Nest hatten. Der Schwarm war im Handumdrehen auf den Flügeln und umkreiste meine Mutter, die ängstlich versuchte “mit ihnen zu reden”.

Sie wurde nicht gestochen. Haben die Hornissen gesehen, daß ihnen keine Gefahr droht? Kannten sie diese Stimme? Vermutlich.

Ein anderes Beispiel ist hier beschrieben. Dort wurde der seltene Mittelspecht an eine Stimme gewöhnt und respektierte sogar einen Hund.

Eine Bekannte aus dem Nachbarort hatte solche Angst vor Hornissen, daß sie meinte, sie müsse sie sicherheitshalber erschlagen. Sie fand sie immer auf dem Komposthaufen, wo sie unwissentlich Leckerli für sie hinterlegte. Aus diesem Grund stand am Komposthaufen auch immer eine Schaufel als Waffe bereit.

Als sie wieder einmal zur Schaufel griff, wurde sie sofort gestochen. Hornissen können nämlich fliegen und sind damit wesentlich schneller als jede geschwungene Schaufel.
Die gute Frau war allergisch auf Insektengifte und durfte anschließend ins Krankenhaus zur Notbehandlung.

Angstschweiß kann von vielen Insekten wahrgenommen werden und spielt dabei sicher auch keine unwesentliche Rolle.                               upper
Wer Angst hat, ist oft unberechenbar. Das scheinen auch Tiere zu wissen.

060708-059H 060708-060H
Drei Hummeln mit Pollen im Anflug.

060708-063H 060708-065H 060708-067H
Rückkehrende Hummeln

HummelnestHummelnest geschützt mit FeldsteinenDas Nest im Plasteeimer steht in einer schattigen Ecke, ist mit Feldsteinen gegen Umfallen gesichert und mit Baumrindenstücken getarnt und abgedeckt.

Steinhummelnest im Steinhummelnest Steinhummel am Einflugloch Steinhummel? Steinhummel mit Pollen am Einflug zum Nest Steinhumel am Flugloch

 Eimer mit HummelnestNach dem Entfernen der schimmeligen Laubdämmung wurde ein Leinentuch zum Abdecken verwendet, damit das Kondensat verdunsten kann bzw sich gar nicht erst niederschlägt. 5 cm darüber kam eine 10 mm Styroporplatte als Regenschutz, beschwert mit einem Stein.

Steinhummel kurz vo dem Abflug Steinhummel im Nest  Steinhummel mit Pollen Einflugröhre der Steinhummel mit verlorenem Pollen Steinhummelnest im Plasteeimer Blick in das Steinhummelnest
Styroporabdeckung im Hummelnest 060709-079H 060709-043H  Fliege im Hummelnest 060708-092H  Steinhummeln im Nest

060622-2783 Hundekamm mit HaaarenAlter Kamm, der für den AT Anton verwendet wird.
Die Haare wurden unter anderem im Nest verwendet.
Vielleicht hätten sie vorher gereinigt werden müssen?

060708-047H Fliege im Hummelnest unerwüänschtger Besuch im Hummelnest Fliege im Hummelnest Fliege im HummelnestUngebetenen Gäste,
Schmarotzer
und andere
Hummelfeinde

Steinhummel mit viel Pollen am Eingang des Hummelnestes Steinhummel mit Pollen Steinhummel in der RöhreSchwertransporter mit Pollen im Anflug
und zu Fuß in der Röhre zum Nest.
Der Fußweg ist ca 15 cm weit.
Durchmesser 16 mm (Flexrohr)

Parasiten an einer ErdhummelEine frisch geschlüpfte Steinhummel(-Königin?),
leider bereits von vielen Parasiten befallen!
Drei sind sehr deutlich erkennbar, einige andere gerade noch so.
upper

Steinhummel im BahngleisDiese Steinhummel sammelte in Dallgow-Döberitz
auf dem stillgelegten Güterbahnhof Pollen vom Sedum
zwischen einer Eisenbahnschiene und dem Radlenker
einer rostigen Weiche aus alten Zeiten.

Eine Erdhummel im Nest der SteinhummelDiese Hummel war auch im Nest der Steinhummeln zu finden.
Was wollte sie dort? Oder gehört sie zum Volk? Wohl eher nicht!
Im Internet steht alles, es ist die Erdhummel.
Diese niederländische Seite gab die Antwort.

10.08.2006:
Nachdem ich heute dieses Bild einer Kuckuckshummel gefunden habe,
sind mir wieder Zweifel gekommen: Erdhummel oder Kuckuckshummel???
An der Behaarung der Hinterbeine soll man es erkennen können.
Kuckuckshummeln sind unbehaart, weil sie keinen Pollen sammeln.

Pollenvoolbad einer ErdhummelHerrlich, so ein Vollbad im Pollen!
Solch eine Hummel war schon zu Besuch im Steinhummelnest.
Was sie dort wohl wollte?

Keimling im Hummelnest der Eimer mit dem SteinhummelnestHier keimt es im Hummelnest! Das ist wahrlich kein gutes Zeichen!
Das Laub vom vergangenen Jahr taugte wohl nicht als Wärmedämmung für dieses Hummelnest.
Damit wurde nicht nur keimfähiger Samen eingeschleppt, sondern vermutlich auch noch den Schmarotzern ein guter Nährboden bereitet.
Das war wohl ein Fehler und wird im nächsten Jahr anders - hoffentlich besser - gemacht.
upper

19.07.2006

Das Steinhummelnest ist nun vorzeitig erloschen!

Alle Hummeln sind tot. Einzig eine Drohne überlebte für nur kurze Zeit.
Alle anderen sind mit samt ihren Waben von ihren Feinden gefressen worden. Und das in nur wenigen Tagen!

 Maden der HummelwachsmotteWenn man dieses Bild sieht, dann weiß man Bescheid, welche Macht über das Nest hergefallen ist.
Sicherlich hätte eine gute Hummelklappe rechtzeitig angebracht diese Katastrophe verhindern können.

Marmeladenglas mit HummelwachsmottenmadenIch habe mir die Mühe gemacht und die Maden aus dem Nest gesammelt und in ein Marmeladenglas getan.
Das Zählen ist mir vergangen, so viele waren es. Einige waren bereits verpuppt, und was sich noch bewegte,
war in mindestens 3 unterschiedlichen Größen vertreten. Schließlich fand ich auch noch Eier.                          
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Einem solchen Ansturm war das Nest nicht gewachsen!

In der Literatur las ich, daß man unter dem Nest einen freien Raum für durchfallende Raupen oder Maden vorsehen solle.
Das hatte ich auch getan. Der Raum war allerdings vollständig frei von den ungebetenen Gästen.

Wenn man das Glas anschaut, weiß man warum. Ich hatte zunächst natürlich keinen Deckel auf dem Glas,
bis ich verwundert festgestellte, daß sie unbeeindruckt von der glatten Glaswand an ihr hochkletterten und schnell wieder draußen waren.
Als Madenfalle taugt ein Freiraum unter dem Nest demnach wenig. Zur Klimatisierung ist er vielleicht nützlich.

tote Steinhummeln im NestSteinhummel nach dem AngriffHier eine Sammlung des vorgefundenen Elends:
Königinnen, Drohnen, Arbeiterinnen, manche waren gerade geschlüpft
und schon wurden von der Übermacht ihrer Feinde getötet.

Selbst im Kokon gab es keine Sicherheit, wie man sieht.upper 

Wachsmottenmaden im GlasDas Marmeladenglas zeigt das ganze Ausmaß der (eingesammelten) Invasion am 19.07.2006.
Sie suchten den Schutz der Dunkelheit und tauchten alle nach unten ab.
Trotzdem lagen sie noch mehrfach gestapelt übereinander.

Am 10.08.2006 hingen sie in einem glockenähnlichen Gespinst am Deckel.
Eine krabbelte noch als Made umher, die anderen waren inzwischen verpuppt.
Ich werde sie weiter beobachten und schauen, was aus ihnen wird.

tote Steinhummeln
Noch eine Übersicht der Überreste.

 

Und schon sind sie da, die SchmeißfliegenNoch ein Übeltäter.
Kaum ist das Nest geöffnet, war sie zur Stelle!

060719H247  Was ist das denn?
Welcher Text paßt hierzu??? 

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10.08.2006: Das Hummelmottengefängnis

HummelmottenlarvenHummelmottenlaarvenHummelmotenlarvenist in diesem Fall nur ein gerade greifbares Marmeladenglas, dessen Deckel mit Luftlöchern versehen worden ist. Vom Boden zum Deckel hatten sich die Larven eine Art Klettergerüst gebaut und am Deckel ein glockenartiges Gespinst angelegt. Sowohl oben am Deckel wie auch unten am Boden bewegten sich noch Larven. Auch Puppen waren zu sehen.

Viel lieber hätte ich die Hummeln beobachtet. Aber nun muß ich mich mit ihren Erzfeinden beschäftigen.
Die Lehren daraus helfen vielleicht eines Tages auch den Hummeln.

11.08.2006:

Erdhummel am Feldrain Die Felder sind leergefegt. Riesige Erntemaschinen haben in wenigen Tagen alles niedergemacht. Für die Hummeln beginnt nun die alljährlich wiederkehrende Hungersnot. Und wenn noch irgendwo etwas blüht, wie hier am Feldrain, dann sind die Hummeln da. Hier ist es wohl eine Wiesenhummel beim Nektarsaugen am Radweg. Viel schien es nicht zu geben, denn sie flog schnell von Blüte zu Blüte. Es waren wohl schon andere vor ihr da und haben den letzten Tropfen weggeholt.         upper

Übrigens: Im Februar 2007 war noch immer Leben im Marmeladenglas. Hummelmotten sind also nicht so leicht umzubringen.

         

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